Verhältnis Mensch - Natur - Gesundheit / Ganzheitliche Heilung in Australien

Im trockenen Herzen des australischen Busches, den sogenannten Outbacks, schlägt noch ein uraltes Herz, welches getragen wird von Menschen, die seit jeher ihr Leben und ihre Kultur in unveränderter Form aufrechterhalten und noch tief mit den Gesetzmäßigkeiten der Natur verbunden sind.

Trotz der harten Überlebensbedingungen in den Outbacks ermöglicht ihnen ein dichtes Netzwerk gegenseitiger Abhängigkeit und gleichzeitig tiefen gegenseitigen Verständnisses ein fröhliches und harmonisches Leben.

Ihr uraltes Wissen um die mächtigen Heilkräfte der Natur und ihre Heilmethoden spiegeln ein besonderes Verständnis um die unsichtbaren Vorgänge in der Natur wieder. Entsprechend ehrfürchtig und respektvoll gehen sie natürlich damit um immer in dem Wissen, dass sie sich das, was sie der Natur antun, gleichzeitig auch selbst zufügen. Respektvoll und demütig gegenüber allem, was sie umgibt, fühlen sie sich selbst als kleines, selbstverständliches und unbedeutendes Puzzlestück inmitten der Gemeinschaft alles Lebenden.

Eben diese Lebenseinstellung beruht auf Ihrem Glauben an die Traumzeit, auf der Vorstellung, dass alles auf der Welt durch einen Geist verbunden ist, der unabhängig von irgendeiner materiellen Form existiert.

Man kann es auch als Bewusstsein einer spirituellen, alles umfassenden Präsenz, die für Ausgleich sorgt, um ein Gleichgewicht auf dieser Erde zu erhalten, bezeichnen. Je stabiler das Gleichgewicht ist, desto größer ist die Harmonie zwischen allen Lebewesen - Menschen - Tiere - Pflanzen. Wenn ein Angehöriger eines Stammes erkrankt, so wird nicht davon gesprochen, ihn wieder gesund zu machen, sondern vielmehr geht es darum ihm zu helfen, sein Glück bzw. sein inneres Gleichgewicht wieder zu finden - "to make him happy".

Unter Gesundheit verstehen die Ureinwohner Gefühl der Harmonie mit sich selbst und den Menschen, Tieren und Pflanzen, mit denen sie leben. Im weitesten Sinne besteht die Welt der Ureinwohner aus der Familie und der umgebenden Natur.

Wird das Gleichgewichts innerhalb des Lebensraums gestört, wird dies als wahre Ursache von Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten gedeutet. Eine Störung in der sozialen Ordnung, wird im Verstoss gegen natürliche Gesetze gedeutet. Eine sichtbare körperliche Störung ist der Ausdruck eines gestörten gefühlslebens, denn der Körper macht als Spiegelbild der Seele und des Gefühlslebens etwas sichtbar, was sich eigentlich im psychosozialen Umfeld vollzieht.

Durch das enge Geflecht zwischen dem einzelnen Ureinwohner und seinem Stamm, kann sich diese Störung auf den ganzen Stamm auswirken, der dann als Gesamtheit mit in den Heilungsprozess eingebunden wird. Die Aufgabe der Hilfestellung bei der Wiederfindung des Gleichgewichts obliegt den Schamanen oder Medizinmännern.

Eine uralte, aber wahrlich ganzheitliche Einstellung, die auch Grundlage für die ganzheitliche Tier(verhaltens)therapie (GVT) ist.

Copyright Britta Vock 2007